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Kauorgan und Zähne

Die Kiefer gehören zur Funktionseinheit des Kauorgans. Die funktionelle Grundeinheit des gesamten Kauapparates bilden die einzelnen Zähne. Die Zähne allein bilden nicht den Kauapparat, denn dazu braucht es auch anatomische Einrichtungen wie die Kiefergelenke und der Muskelapparat.

Kauorgan Schneidezähne Eckzähne Prömolar

Die verschiedenen Zähne haben unterschiedliche Entwicklungsursprünge und erfüllen im Kauorgan auch unterschiedliche Aufgaben.

Zähne werden entwicklungstechnisch unterschieden:

Schneidezähne (Dentes incisivi)
Eckzähne (Dens caninus)
Prämolar sind die vorderen Backenzähne
Molar sind die hintere Backenzähne
Weisheitszähne (Dritte Molaren)

Zähne als Teil vom Kauorgan

Die Zähne bilden einen Teil des Kauorganes, indem sie für die Zerkleinerung der Nahrung zuständig sind, so dass die Verdauung leichter erfolgen kann.

Unsere Zähne sind vor der Geburt bereits angelegt (Zahnanlage) und sorgen im täglichen Leben für die mechanische Zerkleinerung der Nahrung als Beiss und Kauwerkzeug. Ohne vollständiges Gebiss mit den unterschiedlichen Zahnarten können viele Nahrungsmittel nicht richtig verwertet werden. Schneidezähne und Eckzähne bilden daher die Frontzähne, Vormahlzähne und Mahlzähne die Backenzähne. Eckzähne zählen wie die Schneidezähne zu den Frontzähnen und haben eine angespitzte Form die harte Nahrung abzubeissen. Vorbackenzähne zerstückeln die Nahrungsmittel grob, die acht Vormahlzähne zerkleinern es mit Unterstützung ihrer zweihöckrigen Krone Problemlos. Im hinteren Teil des Gebisses liegen die Backenzähne, die der letzten Zerkleinerung dienen, damit die Kost gut verdaubar ist.

Schneidezahn

Der Schneidezahn gehört zu den Frontzähnen und dient im Komplex des Kauapparates zum Abbeissen und Abschneiden von Nahrungsteilen und hat normalerweise nur eine Zahnwurzel.

Jeder Erwachsene hat 4 Schneidezähne im Oberkiefer und 4 Schneidezähne im Unterkiefer, wobei jeweils zwei mittlere (11, 21, 31 41) und zwei seitliche Schneidezähne (12, 22, 32 42) in Oberkiefer und Unterkiefer vorhanden sind. Die Schneidezähne sind relativ scharf bzw. die Kaufläche ist zu einer scharfen Kante geformt und hat die Form von einem Hohlmeissel und liegen im vorderen Bereich der Kiefer resp. Schneidezähne gehören zusammen mit den Eckzähnen zu den „Frontzähnen“.

Eckzahn

Der Mensch hat je einen Eckzahn pro Kieferhälfte im Unterkiefer und Oberkiefer die sich an die äusseren Schneidezähne anschliessen.

Die Eckzähne bilden die Eckpfeiler am Übergang der Frontzähne zu den Seitenzähnen und werden bereits im Milchgebiss angelegt, sodass der Zahndurchbruch mit 1,5 Jahren erfolgen kann. Der Zahnerhalt der Eckzähne ist sehr wichtig, denn Eckzähne bilden eine wichtige Kaudrucksäule im Gebiss. Der Eckzahn ist der grösste Zahn im Frontzahnbereich und ein Relikt der Reisszähne der auch als „Hundezahn“ (Dens caninus) genannt wird, was auf die frühere Funktion als Reisszahn verweist. Die Eckzähne erfüllen nicht mehr ihre reine Reisszahnfunktion, haben aber eine konische Kaukannte wobei die Flächen der Kaukannte eher eine Funktion zum schneidenden hat. Die Eckzähne haben nur eine Wurzel und sind die längsten Zahnwurzeln im Gebiss, wobei die Oberkiefereckzähne grösser sind als die Unterkiefereckzähne, denn die Wurzeln der Oberkiefereckzähne reichen bis zur knöchernen Augenhöhle.

Vordere Backenzähne "Prämolaren"

Ein normales gesundes Gebiss verfügt über gesamthaft 8 vordere Backenzähne.

Die vorderen Backenzähne werden auch Prämolaren genannt und befinden im Anschluss zu den Eckzähnen im Gebiss. Prämolaren sind im Gebiss die ersten Zähne mit einer richtigen Kaufläche, die von 2 Höckern begrenzt ist. Die vorderen Backenzähne haben normal eine Zahnwurzel wie die Eckzähne und die Schneidezähne mit Ausnahme der ersten oberen Prämolaren wo meist 2 Wurzeln ausgebildet sind. Die Hauptaufgabe der vorderen Backenzähne ist das Zermahlen und Zerkleinern der Nahrung.

Hintere Backenzähne "Molaren"

Das normale menschliche Gebiss hat insgesamt 8 hintere Backenzähne die als Molaren bezeichnet werden und im hinteren Teil vom Gebiss die grössten Kauflächen aufweisen.

Bei den Molaren unterscheiden sich die Oberkieferzähne von den Unterkieferzähnen in der Anzahl von Zahnwurzeln, denn im Oberkiefer sind normal 3 Wurzeln und im Unterkiefer 2 Wurzeln vorhanden. Die Aufgabe der Molaren ist das Zermahlen von Nahrungsteilen, denn Molaren verfügen eine enorm grosse Fläche und mehrere Zahnhöcker.

Weisheitszähne

Weisheitszähne sind die dritten Molaren und sind die achten Zähne ab der vertikalen Mittellinie im menschlichen Gebiss.

Die Weisheitszähne oder 8er Molaren sind ein Überbleibsel aus der Entwicklung des Menschen die als Mahlzähne ausgebildet sind. Der heutige Mensch braucht die Weisheitszähne durch die Essgewohnheiten nicht zwingend, denn heute wird im Gegensatz zu früher bei den Urvölkern alles weich gekocht gegessen. Der Weisheitszahn ist nicht bei allen Menschen ausgebildet, und wenn der Zahn ausgebildet ist, nimmt er seine ursprüngliche Funktion nicht mehr wahr. Probleme mit dem Weisheitszahn gibt es vielfach, da er durch sein verspätetes Wachstum in zu kleinem Mundverhältnis alle anderen Zähne in deren Stellung und Ausrichtung verschieben kann. Aus therapeutischer und vorbeugender Sicht werden die Weisheitszähne meist in jungen Jahren entfernt. Die operative Entfernung ist meist aufwändig und kompliziert, da der Zahn keine anatomische Regelmässigkeit aufweist und Wurzeln und Zahnstellung immer wieder anders verlaufen können. Darum ist es bei Weisheitszähnen nicht selten, dass die Wurzeln „auseinanderspreizen“ bzw. sie verlaufen nicht senkrecht zum Kieferknochen und sind in bestimmten Winkeln umgeknickt. 

Zahnfehlstellung / Kieferfehlstellung

Als Zahnfehlstellung bezeichnet der Zahnarzt, wenn die Zähne nicht richtig zueinander stehen. Kieferfehlstellungen sind häufig erblich bedingt. Wenn eine Kieferfehlstellung vorliegt, so entwickelt sich häufig eine Zahnstellung, die diesen skelettalen Fehler zum Teil ausgleicht, was der Kieferorthopäde mit einer festsitzenden Apparatur ausgleicht. Eine Fehlstellung vom Oberkiefer bedeutet, dass der Oberkiefer zu weit nach vorne ragt oder zu weit hinten liegt.