Zahnfüllung: Komposite, Inlay, Onlay, Overlay, Amalgam

Zahnfüllungen

Zahnfüllung

Für Zahnfüllungen können unterschiedliche Materialien als Zahnersatz verwendet werden, so ein Inlay als Keramikfüllung oder eine Amalgamfüllung als günstigstes Material.

Die Füllungstherapie bzw. Zahnfüllung wird auch konservierende oder restaurierende Therapie genannt und ist ein wichtiger Teil von der Tätigkeit des Zahnarztes das zum Ziel hat, kariöse Läsionen am Zahn zu beheben. Eine Zahnfüllung dient der Wiederherstellung von einem zerstörten Zahn bzw. zerstörten Zahnkrone in Bezug auf Zahn-Ästhetik und Funktionalität. Nebst der Keramikfüllung als Zahneinlage (Inlay / Onlay / Overlay) als Teilzahnersatz (Teilkrone) gibt es Zahnfüllungen die aus Amalgam als "Quecksilberlegierung", Zement, Kompomere oder Komposite sind. Jede Zahnfüllung, sei es Amalgam, Komposit, Keramik oder Gold hat Vorteile und Nachteile, denn Füllungen sind äusserlich unauffällig, zeigen aber Unterschiede im Preis und in der Haltbarkeit. Zahnfüllungen mit Amalgam werden weltweit noch heute am meisten verwendet, da Amalgam das wirtschaftlich günstigste Material für das Zahnloch ist, das eine hervorragende Langlebigkeit und hohe Belastbarkeit bietet. Auch wenn die Amalgamplombe gegenüber Kunststoff, Gold oder Keramik unschön anzuschauen ist, ist eine Amalgamfüllung wegen den Zahnarztkosten bei einer "Zahnreparatur" attraktiv. Die Bedeutung der Amalgamfüllung nimmt wegen gesundheitlichen Bedenken beim Silberamalgam als Quecksilberlegierung je länger je mehr ab, so dass viele Zahnärzte in Europa von einer Amalgamfüllung abraten und eine Kompositfüllung anbieten, denn Komposite sind zahnfarbene plastische Füllungsmaterialien, die im Volksmund als Kunststofffüllung bezeichnet wird.

Zahnfüllung Amalgam, Komposite, Keramik Gold

Zahnfüllungen dienen dazu, Zahndefekte aufzufüllen, was mit sichtbaren oder zahnfarbenen Werkstoffen erfolgen kann.

Zahnfüllung mit Komposit im Frontzahnbereich und Seitenzahnbereich

Bei kleineren Defekten kann der Zahn mit Komposit aufgebaut werden, denn das Komposit wird nach jeder Schicht ausgehärtet.

Die Anwendung der Komposite erfolgte anfänglich nur bei Zahnfüllungen im Frontzahnbereich, doch heute werden Komposite mit einem erhöhten Füllkörpergehalt auch im Seitenzahnbereich eingesetzt, so dass auf Amalgam verzichtet werden kann. Komposite können durch die direkte Herstellung der Kompositfüllung im Zahn, gegenüber Inlays kostengünstiger und mit geringerem Zeitaufwand eingesetzt werden. Die Präparation der Kavität erfolgt bei der Komposite-Restauration substanzschonend, da keine Einschubrichtung wie bei den laborgefertigten Keramikinlays berücksichtigt werden muss. Die Kompositen schrumpfen beim Aushärten, so dass durch diese Schrumpfung Spannungen im Zahn, die zu Rissen oder gar Frakturen führen können. Um diese Spannungen bei der Zahnfüllung für den Zahnerhalt möglichst gering zu halten wird der Zahndefekt nur schichtweise mit "Kunststoff" gefüllt und dadurch die Schrumpfung auf ein Minimum reduziert. Dieser Komposit-Eckaufbau kann in Zahnfarbe und Zahnform nahezu perfekt an den natürlichen Zahn angepasst werden, damit eine gute Funktion der Zähne gewährleistet werden kann. Bei grösseren Defekten oder bei ästhetisch sehr anspruchsvollen Zahnpatienten wird ein Veneer (Verblendschale) empfohlen, jedoch wegen den hohen Kräften nicht beim Zähneknirschen und Zähnepressen.

Zahnfüllung mit Glasionomerzement

Da Zement-Füllung mit Glasionomerzement gesundheitlich unbedenklich ist, wird dieser besonders bei Kindern mit Milchzähnen und bei Schwangeren eingesetzt.

Die Glasionomer-Zement-Füllung ist jedoch für eine dauerhafte Zahnfüllung nicht geeignet, da Glasionomerzement (GIZ) eine geringe Abrasionsstabilität aufweist und zwischen zwei bis fünf Jahren brüchig werden kann. Glasionomerzement besteht als Füllungsmaterial für Zahnfüllungen Copolymerisaten aus Acrylsäure, Itakonsäure wie auch Maleinsäure und aus Calcium-Aluminium-Silikat-Glas sowie destilliertem Wasser oder aus reiner Polyacrylsäure. Glasionomerzemente zeigen keine Polymerisationsschrumpfung und halten am Zahnschmelz als Zahnhartsubstanz wie Komposit oder Compomer als Kunststoffe. Glasionomerzemente haben gegenüber Kunststofffüllungen eine geringere Abrasions-, Bruch- und Biegefestigkeit. Ausser der geringen Lebensdauer hat die Zement-Füllung eine raue Oberfläche, was den Bakterien und somit der Plaque-Bildung einen bevorzugten Nistplatz bietet.

Zahnfüllung mit Inlay

Inlays sind Zahnfüllungen, die im Labor passgenau für den Zahn gefertigt werden.

Ein Inlay ist eine langlebige Zahneinlage bzw. Einlagefüllung als Alternative zur herkömmlichen Zahnfüllung. Diese Einlagefüllungen sind zum Teil länger haltbar als plastische Füllungen und können nicht im Mund verarbeitet werden. Inlay - Zahnfüllungen können aus Metall, Keramik oder Kunststoff bestehen und sind die anspruchsvollste Möglichkeit die fehlende Zahnhartsubstanz zu ersetzen. Nachdem der Zahn speziell beschliffen wurde, wird eine Abformung genommen. Im Dental-Labor fertigt der Zahntechniker die Inlays passgenau an und farblich werden sie an die natürlichen Zähne angepasst.

Keramikverblendung

Veneers sind hauchdünne, ca. 0.5mm lichtdurchlässige Keramikschalen (Verblendschalen, Facetten) für die Zähne.

Veneers werden nach einem Abdruck im Labor und mit einem speziellen Adhäsiv Verfahren unlösbar auf die Vorderseite der Frontzähne aufgeklebt. Dabei wird der Zahn im gesamten sichtbaren Bereich von der Keramik-Facette abgedeckt. Durch die chemische Verbindung zwischen Porzellan bzw. Keramikverblendung und Zahnschmelz entsteht eine lichtdurchlässige, zahnfarbene Einheit mit unvergleichlich natürlicher Ästhetik. Selbst ein Zahnarzt hat Mühe, mit Keramik Veneers versorgte Zähne von unbehandelten zu unterscheiden. Im Vergleich zur normalen Krone ist das Verfahren viel zahnschonender, da erheblich weniger Zahnsubstanz abgeschliffen werden muss. Porzellan Veneers sind durch die Verklebung mit dem Zahnschmelz sehr belastbar und langlebig. Keramikverblendung bzw. Verblendung der Zahnflächen mit Keramikschalen oder Kunststoffschalen überziehen den Zahn im Gegensatz zu Zahnkronen nicht vollständig. Die sichtbaren Flächen werden hauchdünn abgeschliffen und entweder direkt im Mund versorgt oder mit im Zahnlabor angefertigten Verblendschalen mittels Klebetechnik versehen. Der Verlust an Zahnsubstanz wird dabei auf ein Minimum reduziert. Der Lippe zugewandte Teil des Zahnes wird um ca. 0,4 - 0,8mm abgetragen und die Schneidekante (Inzisalkante) um 1,5 - 2mm gekürzt. Veneers sind dünne, zahnfarbene Keramikschalen, die verwendet werden, um beschädigte, schiefe, verfärbte, zu lange oder zu kurze Frontzähne zu verschönern. Kleine Lücken zwischen den Zähnen können mit Hilfe von Veneers geschlossen und die Zahn-Ästhetik verbessert werden. Es muss nur eine hauchdünne Schicht des Zahnschmelzes abgetragen werden, so dass die Zahnsubstanz maximal erhalten bleibt. 

Zahnersatz

Zahnersatz ist ein Sammelbegriff und bezeichnet die Form des Ersatzes fehlender natürlicher Zähne. Es gibt einen festsitzenden Zahnersatz und einen abnehmbaren Zahnersatz, wobei der festsitzende Zahnersatz der abnehmbaren Zahnprothesen (Gebiss) in Bezug auf Zahn-Ästhetik und Kaukomfort deutlich überlegen ist. Ein Zahnimplantat kann als Zahnersatz einer Einzelzahnlücke dienen. Mit dem Implantat und einer darauf befestigten künstlichen Zahnkrone bleiben gesunde Nachbarzähne erhalten und gleichzeitig kann damit ein Knochenabbau im Kiefer weitgehend verhindert werden.