Bruxismus: Zähneknirschen, Zähnepressen, Zungenpressen

KNIRSCHEN BRUXISMUS

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Schäden durch Zähnepressen

Beim Zähneknirschen reiben und pressen die Zahnreihen von Oberkiefer und Unterkiefer unbewusst aufeinander, so dass an den Zähnen, Zahnhälsen und am Zahnfleisch Schäden entstehen können.

Beim Zähnemahlen ausserhalb vom Kauakt wird wie auch beim Zähnepressen und Zähneknirschen von Bruxomanie oder Bruxismus gesprochen, was eine Gefahr für Parodontopathien ist. Bei der Parodontopathie handelt es sich um Erkrankungen vom Zahnbett, wo das Zahnfleisch, die bindegewebigen Fasern der Wurzelhaut und der Alveolarknochen davon betroffen sind. Bruxismus ist eine aggressive und kämpferischen Form der Stressreaktion als körperliche Reaktion beim Mensch, wo unbewusst die Kaumuskulatur aktiviert wird, was zu Zähnepressen und Zähneknirschen führt. Beiden Schneidekanten entsteht beim Zähnepressen und Zähneknirschen ein Abrieb in Form von Schliffflächen, wie auch die Kiefergelenke verschleissen können.

Zahnschäden Zähnepressen Abrieb Abrasion

Besonders an den Schneidekanten entsteht beim Zähnepressen und Zähneknirschen ein Abrieb in Form von Schliffflächen, das als Knirsch-Schadenfolge Abschleifspuren durch die auftretenden Kräfte auf Zähne durch den Bruxismus sind.

Zahnschäden durch Bruxismus

Durch grosse Kräfte beim Zähnepressen und Zähnereiben können die Zähne geschädigt werden.

Ein verstärkter Bruxismus kommt besonders bei Menschen vor, die ein gestörten Aggressionsverhalten haben, wobei man zwischen dem zentrischen Bruxismus und exzentrischen Bruxismus unterscheidet, was durch beides zu erheblichen Zahnschäden führt. Anfänglich betrifft die Abrasion der Zähne durch das Zähnepressen nur die Schmelzbereiche, anschliessend wird aber auch das Zahnbein angegriffen. Der Zahnarzt spricht von Abrasionen bzw. von einem Abrasionsgebiss, wenn es verschiedene Zähne im Gebiss betrifft. Durch das Zähnepressen wird die Zahnkrone geschädigt und kürzer, wobei sich das Zahnmark in die Zahnwurzel zurückzieht und abstirbt. Der Verlust der Zahnhartsubstanz kann so stark ausgeprägt sein, dass keine Zahnkrone mehr zu sehen ist und durch starken Druck am Zahnhals Defekte entstehen. Der Zahnschmelz ist im Bereich vom Zahnhals am dünnsten und kann darum am leichtesten zerstört werden. Vielfach kommt es auch zu Schmelzrissen oder Schmelzfrakturen an den Schneidekanten. In der Längsachse können die Zähne auch durchbrechen.

Anzeichen für Zähneknirschen, Zähnepressen und Zungenpressen

Zähneknirschen, Zähnepressen und Zungenpressen sind Anzeichen für eine psychische Anspannung während einer Konzentrationsphase am Tag oder als seelische Belastung besonders in der Nacht durch Stress, Sorgen, Angst oder funktioneller Störung, was unangenehme Symptome verursachen kann.

Druckempfindliche Kaumuskeln
Verspanntheit und Verhärtungen der Gesichtsmuskulatur oder Gesichtsschmerzen
Veränderte Gesichtsproportionen, Gesichtsschmerzen und Schmerzen an Schläfen
Muskuläre Verspannungen und Verhärtung im Nackenbereich und Schulterbereich (Kopf-Hals-Bereich)
Kiefergelenksprobleme mit Knackgeräuschen und Kieferschmerzen, Probleme mit Mundöffnung
Schmerzen im Ohrenbereich bzw. Ohrenschmerzen (Tinnitus)
Kopfschmerzen oder Migräne
Zahnschmerzen durch gereizte Zahnnerven
Schwindelgefühl oder auch Sehstörungen
Eindrücke der Zähne in Zunge und/oder Wange durch Zungenpressen, (Zungendrücken) als Parafunktionen
Abschleifspuren, Schliffflächen an den Zähnen (glatt polierte Flächen) Schlifffacetten
Abgewetzte Zahnkronen durch Zahnabrieb (Spuren vom Zähneknirschen), Schleifspuren beim Zähnepressen
Zahnprobleme und Aussprengungen beim Zahnschmelz oder Risse
Schäden an Zahnhartsubstanzen, Zahnhälsen und ausgewaschene abgesplitterte Schneidekanten
Zähne werden kürzer und wirken alt und abgekaut durch die Zahnabnutzung (Abrasionen)
Zahnschmelz wird dünner und die Bisshöhe der Zähne verringert sich
 Zahnfleischverletzungen und gereiztes Zahnfleisch (Zahnfleischschwund), Zahnfleisch wird dünner
Empfindliche Zähne und Zahnhälse auf heiss, kalt und sauer
Gelockerte Zähne (Wackelzähne) und Störungen am Kauorgan
Natürliche Kieferbewegung blockiert (verrutscht Gelenkscheibe beim Kiefergelenk)
Entzündungen und Schäden am Zahnhalteapparat als Verankerungssystem der Zähne

Das Knirschen bei Stress als Stressventil im Schlaf ist auch bei Kindern möglich wie alle Parafunktionen, so das Daumenlutschen, Bleistiftkauen oder Fingernägelkauen. Bei Kindern können Knirschgeräusche als natürliche Funktion völlig normal sein, denn "wenn Kinder Knirschen" werden die Milchzähne zur Feinabstimmung beim Zusammenbiss zur Verzahnung (Okklusion) zurechtgeschliffen, was ein notwendiger Schleifvorgang für den Kontakt zwischen den Zähnen beider Kiefer ist, wo meist keine Schäden verursacht werden.

Angstbewältigung bei Phobie

Viele Zahnpatienten haben Zahnarztangst (Oralphobie), Angst vor der Zahnarztspritze oder Angst vor Schmerzen. Erster Schritt der Angstbewältigung bei Phobie ist ein ausführliches Gespräch beim Zahnarzt und eine erste schonende Untersuchung der Mundhöhle. Dabei ist eine Röntgenaufnahme der Zähne notwendig. Je nach Angstgefühl kann die Zahnbehandlung schmerzlos im Dämmerschlaf erfolgen.