Zunge

ZUNGE

Aufgaben der Zunge beim Mensch

Im Mund hat die Zunge als länglicher Muskelkörper beim Mensch viele Aufgaben, denn sie untersucht Speisen, reinigt Mundboden, Gaumen und Zähne und ist für die Lautbildung beim Sprechen unverzichtbar.

Die Zunge ist mit Schleimhaut überzogen und liegt auf dem Boden der Mundhöhle, damit sie die verschiedenen Funktionen erledigen kann. Beim menschlichen Körper gehört die Zunge mit den Zähnen zu den wichtigsten Organen. Die Zunge beim Mensch ist mit den Sinnesorganen für das Schmecken und Tasten ausgestattet und nimmt an der Sprachbildung wir auch am Kauen, Saugen und Schlucken teil. Als beweglicher Muskelkörper kann die Zunge jedoch auch von Erkrankungen betroffen sein oder durch Veränderung Zungenoberfläche den Gesundheitszustand vom Mensch anzeigen.

Die Oberseite der Zunge ist der Zungenrücken (Dorsum linguae).

Zunge Muskelkörper Zähne Mundhöhle Gaumen

Die Zunge zählt zum oberen Verdauungstrakt und ist ein von Schleimhaut überzogenes Muskelorgan.

Zunge als Muskelkörper 

Die Zunge liegt, umgeben von Zähnen, in der Mundhöhle, unter dem Gaumen und über dem Kieferbein.

Die Zunge beginnt sich im selben Zeitpunkt wie der Gaumen zu bilden und geht von verschiedenen Höckern am Boden des Pharynx aus. Der Pharynx ist eine mit Schleimhaut ausgekleidete Erweiterung im Anschluss an die Mundhöhle und Nasenhöhle. Von der Mundhöhle wird der Pharynx durch den Zungengrund und durch die Gaumenbogen abgegrenzt. Die Zunge ist ein längliches, von spezialisierter Schleimhaut überzogenes Muskelorgan und zählt zum oberen Verdauungstrakt. Die Zunge liegt auf dem Boden der Mundhöhle und füllt diese bei geschlossenen Kiefern fast ganz aus. Der hinterste dicke Teil der Zunge wird als Zungenwurzel oder Zungengrund bezeichnet, wo sich der Zungenmandel befindet. Die Zungenwurzel ist am Zungenbein befestigt, das im oberen Teil des Halses sich befindet und durch Bänder sowie Muskeln mit dem Kehlkopf verbunden ist. Auf der oberen Seite, dem Zungenrücken, ist diese Schleimhaut mit einer Vielzahl von Papillen bewachsen.

Zunge hat viele Aufgaben

Mit der Zunge untersucht der Mensch beim Essen die Speise und prüft, ob ausreichend gekaut wurde oder verletzende Teilchen eliminiert werden müssen sowie reinigen Schleimhauttaschen, Mundboden, Gaumen und Zahnzwischenräume.

Zunge Mundgeruch Mundschleimhaut Krank

Auf der Zunge kann der Zungenbelag Mundgeruch, Erkrankungen der Mundschleimhaut und Parodontitis sowie Karies fördern.

Die Zunge ist ein Organ mit vielen Aufgaben, die uns beim Sprechen und Singen hilft.

Die Zunge ist Sitz der Geschmackssinne und ist auch verantwortlich für Hitzempfinden und Kälteempfinden, für Schmerzempfindlichkeit und für unsere Beweglichkeit. Den vier Geschmacksqualitäten entsprechen vier Geschmackszonen auf der Zunge, süss, salzig, sauer und bitter. Wie die Augen das Spiegelbild der Seele sind, ist die Zunge der Spiegel unserer Gesundheit, denn an ihrem Aussehen erkennt man viele Krankheiten. Die raue Oberfläche der Zunge ist ein idealer Wohnort für Bakterien und Pilze. Von der Zunge aus können Mundgerüche, Erkrankungen der Mundschleimhaut und Parodontitis sowie Karies gefördert werden. Einer Dauerbesiedelung der Erreger auf der Zunge lässt sich vorbeugen, indem man regelmässig die hinteren Zungenteile mit einem speziellen Zungenschaber reinigt. Dazu kann man eine Zahnbürste verwenden, der Zungenschaber mit weichen Lamellen ist flacher und löst im Vergleich zur Bürste weniger leicht einen Würgereiz bzw. Würgereflex aus.

Zunge ist ein beweglicher Muskelkörper

Die Zunge als beweglicher Muskelkörper ist mit Schleimhaut überzogen.

Die Zunge führt und koordiniert Kaubewegungen und Saugbewegungen, formt schluckbare Bissen und initiiert die Schluckbewegung.

Zunge Spitze, Zungenwurzel, Zungenkörper

Die Zunge ist an der Lautbildung beim Sprechen massgeblich beteiligt und verfügt über feine Geschmacks und Tastsensoren (Papillen).

Die Zunge ist über die Zungenwurzel am Ende fest mit dem Mundboden verwachsen. Zur Infekt-Abwehr enthält die dortige Schleimhaut lymphatische Zellen. Die Zunge ist ein von Schleimhaut überzogener Muskelkörper, der die Mundhöhle bei geschlossenem Mund fast ausfüllt. Auf ihrer Oberseite trägt die Zunge die Geschmacksknospen zum Schmecken der Speisen. Die normale Farbe der Zunge ist mattrosa. Die Zunge ist feucht und leicht aufgeraut. Eine gut durchblutet Zunge hat keine Zungenbeläge. Die normale Mundschleimhaut ist rot und glänzend. Grundlage der Zunge ist eine kräftiger Muskelkörper, der von einer Schleimhaut (Tunica mucosa linguae) überzogen wird.

Die Zunge wird auch Lingua oder Glossa genannt und ist ein von Schleimhaut überzogener beweglicher Muskelkörper mit vielseitigen, unterschiedlichen Funktionen.

Zungenkörper, Zungenspitze, Zungenwurzel

Die Zunge ist ein Tastorgan und durch ihre Muskelkraft entscheidend am Herunterschlucken der Nahrung beteiligt.

Die Zunge besteht aus Zungenkörper, Zungenspitze und Zungenwurzel.

Die Zunge ist wichtig für den Saugakt und die Sprache und ein vielfältiges Geschmacksorgan. Die Zunge ist in die Zungenspitze, den Zungenkörper und den Zungengrund oder Zungenwurzel unterteilt und beim gesunden Menschen von einer blassroten Farbe. Ihre Schleimhaut besitzt zahlreiche Drüsen und trägt fadenförmige Papillen, wobei die beiden letzteren Träger von Geschmacksknospen sind. Diese Papillen bieten jeder Art von Bakterien eine ideale Lebensgrundlage (warm, feucht und nahrhaft). Durch mechanischen Druck und Reiben der Zunge am Gaumen und an den Zähnen beim Sprechen und Kauen werden die vorderen zwei Drittel und ein Grossteil der Seitenränder ständig 'natürlich' gereinigt, das aus den Drüsen austretende Sekret optimiert diesen Prozess. Apex linguae = Zungenspitze. Glossitis ist eine Entzündung der Zunge bzw. Zungenentzündung. Als Zungenentzündung werden zahlreiche entzündliche Veränderungen der Zungenoberfläche wie auch der Zungenabszess, Zungendyskinesie, Zungengrundzyste etc. bezeichnet deren Ursachen vielfältig sind. Zwischen der Lippenfunktion und Zungenfunktion sowie dem Wachstum der Kiefer besteht ein enger Zusammenhang, denn oft ist es unmöglich zu entscheiden, was ist die Ursache und was ist die Folge. Von grosser Bedeutung ist, dass die Zungenfunktion beim Sprechen und Schlucken normal ist, damit sich das Gebiss sich richtig entwickeln kann, was natürlich auch für die Lippenfunktion gilt. Wenn der Mund stets offen ist, kann das negative Folgen für das Kieferwachstum haben.


Aufgabe der Zunge beim Mensch

Nebst den Zähnen ist die Zunge als Muskelkörper ein wichtiger Bestandteil der Sprachbildung.

Zunge Kauen, Saugen, Schlucken, Sprechen 

Die Zunge hat verschiedene wichtige Funktionen und nimmt am Kauen, Saugen und Schlucken teil.

Zunge als Muskelorgan

Die Zunge ist ein von Schleimhaut bedecktes Muskelorgan.

Die Zunge (Lingua, Glossa) wirkt beim Kauen, Schlucken und Saugen mit, enthält Sinneszellen für das Geschmacksempfinden, Temperaturempfinden und Tastempfinden und ist massgeblich an der Sprachbildung beteiligt. Die grosse Beweglichkeit der Zunge wird durch ein System von ineinander verflochtenen Muskeln ermöglicht. Man unterscheidet dabei die inneren Zungenmuskeln, die innerhalb der Zunge in den drei Raumrichtungen verlaufen, von den äusseren Zungenmuskeln, die von den umgebenden Knochen einstrahlen. Die Zunge ist in die bewegliche Zungenspitze, den Zungenkörper mit der Hauptmuskelmasse und die nach hinten, zum Rachen reichende Zungenwurzel gegliedert. Die Oberfläche im Bereich von Zungenspitze und Zungenkörper wird Zungenrücken genannt. Er enthält unterschiedliche geformte Zungenpapillen mit den Geschmacksknospen und wird nach hinten durch die V- förmig angeordneten Wallpapillen begrenzt. Hinter den Wallpapillen liegt der zum Kehldeckel reichende, zerklüftete Zungengrund. Hier liegen die von Lymphgewebe umgebenen Zungenbeläge, die zusammen die Zungenmandel bilden.


Zunge als Sinnesorgan bei Menschen

Die Zunge (Lingua, Glossa) braucht man zum Sprechen, denn viele Laute können ohne Zunge nicht erzeugt werden.

Geschmackssinn Zunge Sinnesorgan Lingua

Mit der Zunge kann man Geschmacksqualitäten wie süss, sauer, bitter, salzig oder auch fleischig und wohlschmeckend unterschieden.

Zunge als Sinnesorgan zum Schmecken und Tasten

Die Zunge ist mit Sinnesorganen für das Schmecken und Tasten ausgestattet und ist nebst den Zähnen auch ein wichtiger Bestandteil der Sprachbildung.

Bittergeschmack wird meistens am Zungenhintergrund und Sauergeschmack an den Zungenrändern erfasst. Die Zunge dient aber auch zum Transport der Nahrung im Mund, sodass diese gut durchgekaut und mit speichelt durchsetzt werden kann. Auch beim Schluckakt übernimmt die Zunge eine wichtige Rolle, indem sie den Speisebolus vom Mund in den Rachen schiebt. Die Zunge enthält viele kleine Speicheldrüsen, besonders in der Gegend der Zungenwurzel. Die gesamte Oberfläche der Zunge ist von einem zarten Oberhäutchen bzw. Epithel überzogen. Sind diese Häutchen stark verdickt, bildet sich der weissliche Belag auf der Zunge, der durch Speichel und Speisereste vergrössert wird, die sich in den zahlreichen Vertiefungen zwischen den Papillen einlagern und die Entwicklung von Fäulnispilzen begünstigen.

Zunge hat Geschmackssinn

Die Geschmacksknospen der Zunge befinden sich beim Erwachsenen zum grössten Teil auf dem Zungenrücken und in geringem Ausmass auch am weichen Gaumen, im Rachenbereich und auf dem Kehldeckel.

Zunge Geschmackssinn Geschmacksknospen

Auf dem Zungenrücken liegen die Geschmacksknospen in den unterschiedlich geformten Zungenpapillen.

Geschmackssinn der Zunge

Der Geschmackssinn der Zunge wird durch kleine Geschmacksknospen vermittelt.

Der Geschmackssinn wird durch den Geruchssinn der Nase ergänzt.

Zungenpapillen werden unterschieden in folgenden Papillen - Arten

Wallpapillen in V- förmiger Anordnung am Übergang vom Zungenrücken zum Zungengrund
Blattförmige Papillen beidseits am hinteren Zungenrand
Pilzförmige Papillen auf dem Zungenrücken verstreut
Fadenförmige Papillen, die dem Zungenrücken ein samtartiges Aussehen verleihen.

Wallpapillen, Blattförmige Papillen und Pilzförmige Papillen enthalten Geschmacksknospen.

Die fadenförmigen Papillen dienen dagegen vor allem dem Tastempfinden.

Vier Geschmacksrichtungen können mit der Zunge in unterschiedlichen Zungenbereichen erkannt werden.

Süss
Sauer
Salzig
Bitter

Mit dem Geschmackssinn wird die Nahrung überprüft und das Verdauungssystem angeregt. 


Zungenbein beim Mensch

Die Zunge liegt auf dem Boden der Mundhöhle.

Zungenbein Zunge Zungengrund Zungenwurzel

Der hintere dicke Teil der Zunge wird als Zungengrund oder Zungenwurzel bezeichnet, wo sich die Zungenmandel befindet. 

Aufgabe vom Zungenbein

Die wichtigste Aufgabe vom Zungenbein ist, das Gewicht der Zunge zu unterstützen, damit man sprechen kann.

Das Zungenbein ist der einzige Knochen des Körperstamms, der nicht in direkter Nachbarschaft oder gelenkiger Verbindung mit einem anderen Knochen steht. Die wichtigste Aufgabe vom Zungenbein ist, das Gewicht der Zunge zu unterstützen, denn ohne das Zungenbein wäre man unfähig zu sprechen bzw. Worte zu artikulieren während man spricht. Das Zungenbein hilft bei der Produktion einer breiten Palette von Lautäusserungen.

Zungenbein

Das Zungenbein (Os hyoideum) befindet sich am Übergang vom Mundboden zum Hals.

An diesem U-förmigen Knochen setzten zahlreiche Muskeln des Mundbodens, der Zunge und des Halses an. Das Zungenbein ist der Knochen zwischen Unterkiefer und Kehlkopf, der als einziger Knochen mit keinem anderen verbunden und Ansatzpunkt zahlreicher Muskeln ist. Die Zungenwurzel ist am Zungenbein befestigt, das im oberen Teil des Halses durch Muskeln und Bänder mit dem Kehlkopf verbunden ist. Die Zungenbeinmuskulatur setzt am Zungenbein an.

Das Zungenbein ist der einzige Knochen der nicht mit dem restlichen Skelett verbunden ist sondern nur an Muskeln und Bändern aufgehängt ist.

Das Zungenbein ist ein kleiner gebogener Knochen am Mundboden unterhalb der Zunge und ist der einzige Knochen, der nur an Muskeln und Bändern aufgehängt ist und nicht mit dem restlichen Skelett verbunden ist. Das Zungenbein ist durch Bänder und Muskeln im Schädelbasisbereich fixiert und hat eine U-Form. Bildlich gesprochen hat sie eine Schaukelfunktion, denn an der Unterseite sind mit Bewegungsoptimierung Kehlkopf und Luftröhre aufgehängt, was sich günstig auf die Funktionen Sprechen, Schlucken, Atmung und Husten auswirkt.

Zungenbeinmuskulatur

Die Zungenbeinmuskeln unterstützen den Kauakt (Mundöffnung) und die Kehlkopf- bzw. Zungenbewegungen.

Die Zungenbeinmuskeln sind auch Teil der Halsmuskulatur, einige bilden den muskulären Teil des Mundbodens. Die Zungenbeinmuskulatur setzt am Zungenbein an. Die oberen Zungenbeinmuskeln liegen oberhalb des Zungenbeins und dienen der direkten Kieferöffnung sowie der Hebung des Mundbodens beim Kauen, Schlucken und Sprechen. Die untere Zugenbeinmuskulatur liegt unterhalb des Zungenbeins vor den Halseingeweiden und dient der indirekten Kieferöffnung sowie dem Schluckakt.


Gesundheitszustand der Zunge beim Mensch

Die Zunge lokalisiert Hitzeempfinden und Kälteempfinden und das Schmerzempfinden.

Die Zunge ist über die Nerven mit dem Gehirn und den Organen direkt verbunden, weshalb man bei der Zungendiagnostik Krankheiten schon früh erkennen kann, denn die Zungenspitze entspricht den Organen Herz und Lunge, die Zungenmitte den Organen Milz und Magen, der Zungengrund besonders der Niere und die Zungenränder der Leber und Gallenblase.

Nervenbahnen Zunge Geschmackssinn Schmerz

Die Zunge ist für den Geschmackssinn zuständig. 

Zunge verrät den Gesundheitszustand bei Menschen

Eine gesunde Zunge ist feucht, grau-rosa und hat eine gleichmässig glatte Oberfläche.

Vier grosse Nervenbahnen durchlaufen die Zunge und verbinden sie mit den inneren Organen wie Leber oder Magen. Verändern sich Form und Farbe der Zunge oder der Mundschleimhaut, kann dies ein Zeichen  dafür sein, dass im Körper etwas nicht stimmt. Vielfach stecken hinter Veränderungen der Zunge aber harmlose Erkrankungen wie die Haarzunge, bei der die Zungenoberfläche übermässig verhornt ist. Dadurch haben die Betroffenen das Gefühl, dass "Haare auf der Zunge wachsen". Eine ungefährliche Zungenerkrankung ist die "lingua nigra", bei der sich die Zungenoberfläche schwarz verfärbt durch hohen Nikotinkonsum. Eine psycho-somatische Erkrankung ist Zungenbrennen (Burning-Mouth-Syndrom) die häufig bei Frauen auftritt. Der vordere Zungenbereich brennt, kribbelt und juckt ständig. Wenn die Ursache für das Zungenbrennen gefunden, klingen die Symptome nach einer entsprechenden Behandlung rasch ab. Die Ursachen von Zungenbrennen sind vielfältig und reichen von psychischen Faktoren wie Depressionen oder Angststörungen über Allergien auf bestimmte Lebensmittel bis hin zu anderen Erkrankungen wie Diabetes oder Leberzirrhose.

Krankheiten der Zunge

Feinde der Zunge sind Nikotin, Alkohol und Papillomaviren, die auch für bösartige Tumore im Gebärmutterhals, in der Mundhöhle oder im Kehlkopf verantwortlich sind.

Nikotin, Alkohol und Papillomaviren wirken sich über einen längeren Zeitraum negativ auf die Schleimhäute im Mundbereich aus, was Schleimhautentzündungen bis hin zum Zungenkrebs auslösen kann. Auf Zungenkrebs kann eine brennende  und schmerzhafte Zunge beim Genuss von säurehaltigen Getränken wie Fruchtsäften hinweisen. Wenn sich auf der Zunge kleine Geschwüre bilden, die nicht innerhalb von vier bis sechs Wochen abheilen, kann das auf Zungenkrebs hindeuten. Bei Zungenkrebs entsteht vielfach ein Funktionsverlust (Sprechen, Schlucken und Schmecken) der Zunge. Auch nach einer Operation mit Rekonstruktion können die Patienten vielfach die Funktionen der Zunge nicht wieder vollständig nutzen weshalb die Zungenpflege sehr wichtig ist. Eine Zungenentzündung bzw. Entzündung der Zungenschleimhaut wird als Glossitis bezeichnet. Bei Veränderungen der Zunge ist frühzeitig einen Facharzt aufzusuchen.


Veränderung der Zunge beim Mensch

Die Zunge beim Mensch ist ein Spiegelbild des Körpers, so dass Veränderungen der Zunge auf Krankheiten hindeuten.

Die Zunge nimmt am Kauen, Saugen und Schlucken teil und ist ein Sinnesorgan für das Schmecken und Tasten.

Zungenspitze Sinnesorgan Tasten Schmecken  

Die Zunge ist ein wichtiger Bestandteil der Sprachbildung.

Zunge zeigt Gesundheitsveränderungen an

Die Zunge ist ein Spiegel der Gesundheit und zeigt Gesundheitsveränderungen an wie kaum ein anderes Organ, so dass der Arzt auf der Zunge Hinweise für verschiedene Krankheiten finden kann.

Vier grosse Nerven durchziehen die Zunge und sind zuständig für Geschmackssinne, Hitzeempfinden und Kälteempfinden und das Schmerzempfinden. Gleichzeitig sind diese Hirnnerven für die Beweglichkeit der Zunge zuständig, die direkt im Gehirn beginnen und gleichzeitig auch die inneren Organe versorgen. Die Zunge ist mit dem Hirn und auch mit inneren Organen direkt verbunden. Krankheiten hinterlassen deshalb vielfach ihre Spuren auf der Zunge, oftmals dadurch, dass die Nerven veränderte Wachstums-Impulse an das Zungengewebe und an die Schleimhaut weitergeben, wobei es zu weichen Verhornungen (Zungenbeläge), zu starker Durchblutung der Zunge (Rot-Färbung) oder anderen Veränderungen kommt. Zungenveränderungen können aber auch Symptome für viele weitere Krankheitsbilder sein, denn kleine milchglasartige Geschwüre auf der Zunge deuten auf die Geschlechtskrankheit Syphilis hin. Streifige Zeichen an der Zungenseite können Haarzell-Leukoplakie sein, die vielfach bei einer HIV-Erkrankung auftritt. Bekannt ist die Himbeerzunge bei Scharlach oder die glänzend rot gefärbte Lackzunge, die auf Vitaminmangel und Eisenmangel hinweisen kann.


Zungendiagnostik bei Menschen

Die Zunge und der Zungenbelag können bei der Zungendiagnostik frühzeitig Aufschluss über eine beginnende Krankheit geben.

Da die Zunge direkt über die Nerven mit dem Gehirn und den Organen verbunden ist, kann man bei der Zungendiagnostik sehr früh Krankheiten erkennen. Die Zungenspitze entspricht den Organen Herz und Lunge, die Zungenmitte den Organen Milz und Magen, der Zungengrund der Niere und die Zungenränder der Leber und Gallenblase. Ein erfahrener Arzt kann bei der Traditionellen Chinesischen Zungendiagnostik mehr als 50 verschiedene Zungenzustände unterscheiden.

Zungendiagnostik Veränderungen der Zunge

Bereits bei den alten chinesischen, arabischen und griechischen Ärzten wurden die Veränderungen auf der Zungenoberfläche bzw. der Zungenschleimhaut als diagnostische Möglichkeit genutzt.

Zunge und Mundhöhle sind ein Spiegelbild innerer Vorgänge des Gesamtorganismus.

Der Zahnarzt wird täglich mit vielen Zungenbildern konfrontiert und kann daraus Rückschlüsse auf die Gesundheit seines Patienten ziehen. Der Betrachtung der Zunge widmete die chinesische Medizin ein besonderes Augenmerk. Nebst der Grösse und Konsistenz spielen die Zungenfarbe und der Zungenbelag eine wichtige Rolle. Die normale Zunge ist glatt, samtartig, grau-rosa und hat eine gleichmässige Oberfläche, ist weder vergrössert noch verkleinert. Abweichungen von dieser Erscheinungsform signalisieren eine innere Störung, doch Schmerzen auf der Zunge entstehen meist bei scharfen Speisen und deuten nicht auf eine Krankheit hin. Die trockene Zunge ist ein Hinweis für Hitzestörung, eine sehr feuchte Zunge zeigt eine Kältestörung an. Eine Schwellung oder Vergrösserung der Zunge mit Zahneindrücken ist kennzeichnend für Milz-Pankreas-Störungen.

Veränderungen der Zunge haben eine Bedeutung

Trockene Zunge

Eine trockene Zunge deutet auf hohes Fieber bei Erkrankungen mit Flüssigkeitsverlust wie Durchfall hin. Eine Mundtrockenheit (Xerostomie) kann auch als Nebeneffekt von Stress oder Lampenfieber auftreten, wenn die Zunge am trockenen Gaumen klebt. Eine trockene Zunge kann als Nebenwirkung durch Medikamente gegen hohen Blutdruck (Herzkreislauf), Medikamente gegen Depression oder gegen Parkinson entstehen, wenn zu wenig Speichel aus den Speicheldrüsen (Speichelsekretion) vorhanden ist, denn mikroskopisch kleine Speicheldrüsen befinden sich auch im Gaumen, auf der Zunge den Lippen wie auch auf der ganze Mundschleimhaut.

Landkarten-Zunge

Rosa bis tiefrote Flecken, Randsaum hell (Landkarte)

Haar-Zunge

Als Haarzunge wird eine eher seltene Veränderung der Zunge (Erkrankung) bzw. eine meist dunkle Zunge mit haarigem Belag auf dem hinteren Teil vom Zungenrücken bezeichnet. Es sind kleine Schleimhaut-Ausstülpungen ("Papillen"), die vergrössert und schwarz verfärbt sind, so durch Antibiotika oder bei Vitamin-B-Mangel.

Himbeer-Zunge

(Erdbeer-Zunge) Pilzartig vergrösserte Zungen-Papillen, rötlich Verfärbt (Infektionskrankheiten wie Scharlach)

Schwarze Zunge

Bei schwerer Cholera-Darminfektion, auch bei Scharlach

Quer gefurchte Zunge

Fältchen und Furchen auf der Zunge tretten meist bei einem beginnenden Vitamin-B-Mangel auf, wo sich von der Mittellinie kleine, meist symmetrische Querfurchen abzweigen, so dass eine Überempfindlichkeit gegen saure, scharfe oder würzige Lebensmittel entsteht. Als Down-Syndrom wird bei der Zunge eine zu geringe Spannung in der Zungenmuskulatur bezeichnet. Beim Down-Syndrom oder auch bei Vitamin A-Mangel kann eine quer gefurchte Zunge entstehen, wo durch eine zu geringe Spannung in der Zungenmuskulatur die Zunge weit hervorgestreckt wird.

Falten-Zunge

Die faltungen im vorderen Drittel der Zunge sind meist eine Vererbung und keine Krankheit.

Diphtherie-Zunge

weisslich-graue, membranartige Zungenbelage, süsslich und faul riechend (schwere Infektionskrankheit)

Braune Zunge

Braun belegt und geschwollen deutet auf Nierenschwäche hin

Soor-Zunge

Weissliche, membranartige und schwer abwischbaren Flecken, rote Ränder, ist eine Pilz-Erkrankung. (Abwehrschwäche)

Fleischig, rot entzündete Zunge

Blutarmut, Vitaminmangel, Einnahme von Antibiotika, Blutarmut, Zuckerkrankheit

Glatte, bleigraue Zunge

Durch Rückgang der Zungen-Papillen, grau verfärbte Zunge, glatt Blutarmut, Eisenmangel, Verdauungsstörung (kein Magensaft gebildet), Unverträglichkeit von Nahrungsmitteln.

Dieser gibt nur einen kleinen Einblick in die vielfältigen Diagnosemöglichkeiten, welche die menschliche Zunge dem geschulten Auge aufzeigt. Weitere Anzeichen können sein: Zahneindrücke am Zungenrand, je nach der Seite, wo sie auftreten. Zahneindrücke am rechten Zungenrand deuten auf ein Leiden an Leber und Galle und Eindrücke am linken Zungenrand auf eine Milzstörung oder Magenstörung hin. Bei der Untersuchung der Zunge findet man auch bei gesunden Menschen eine Zunge mit abnormalen Anzeichen.


Chinesisch Zungendiagnostik beim Mensch

Bei der Chinesischen Medizin gilt die Zungendiagnostik als eine wichtige und zuverlässige Untersuchungsmethode zur Beurteilung einer Erkrankung.

Ein erfahrener Arzt kann in der TCM-Medizin bei der Traditionellen Chinesischen Zungendiagnostik mehr als 50 verschiedene Zungenzustände unterscheiden. Die Zungendiagnostik bezieht sich grundsätzlich auf zwei Bereiche Zungenkörper und Zungenbelag.

Zunge Zungenbein Mundboden Mundhöhle

Der Zungenkörper gibt Aufschluss über die Grundkonstitution Vitalität, Form, Farbe und Beweglichkeit der Zunge.

Der Zungenbelag gibt Aufschluss mit der Farbe, Dicke und Beschaffenheit des Belags über eingedrungene pathogene Einflüsse.

Die Beurteilung der inneren Organe und das Verschreiben von Rezepten aufgrund der Untersuchung der Zunge ist eine sichere Methode. Über die allgemeine Betrachtung des Zungenkörpers und seines Belags hat jeder Teil der Zunge einen speziellen Bezug zu einzelnen Organen und Körperbereichen.

Zungenspitze entspricht den Organen Herz und Lunge
Zungenmitte entspricht den Organen Milz und Magen
Zungengrund entspricht im Besonderen der Niere
Zungenränder seitlich entsprechen der Leber und der Gallenblase

Eine blasse Zunge zeigt wie das Gesicht eine Schwächestörung bzw. Kältestörung an, während eine stärker gerötete Zunge auf Hitzestörungen der inneren Organe hindeutet.

Rote Gesichtsfarbe ist typisch bei Herzerkrankungen und kann auch bei Hitzestörungen auftreten. Auf und an der Zunge befinden sich Zonen, die energetisch-reflektorisch mit bestimmten Organen, Drüsen, Funktionen usw. in Verbindung stehen. Nicht nur in den Zähnen findet man reflektorische Gebiete, sondern auch auf der Zunge, Zungen-Reflexzonen. Ganzheitlich-therapeutische Einflüsse können daher auch über die Zunge vorgenommen werden. 


Zungenpressen bei Menschen

Wenn die Zunge gegen den Gaumen und die Zahnreihen gedrückt wird, spricht man von Zungenpressen, wo sich die Zunge auch in die Zahnlücke einlagern kann.

Zungenpressen ist speziell für den Zahnhalteapparat ein Problem, denn beim Pressen der Zunge während einem längeren Zeitraum, können Lücken zwischen den einzelnen Frontzähnen entstehen. 

Zungenpressen Pressen mit der Zunge an Zähne

Der Druck der Zunge kann von innen her gegen die Frontzähne so stark sein, dass die Zunge für Zahnfehlstellungen verantwortlich sein kann, sodass eine Zahnlockerung einsetzt.

Pressen mit der Zunge

Ein Problem ist nicht nur das Zähnepressen und Zähneknirschen sondern auch das unbewusste Zungenpressen.

Ein Problem ist das unbewusste "Zungenpressen", speziell für den Zahnhalteapparat. Wenn im Laufe eines längeren Zeitraums zwischen den einzelnen Frontzähnen Lücken entstehen, ist oft der starke Druck der Zunge von innen gegen die Frontzähne für die Veränderung der Zahnstellung verantwortlich. Zahnlockerung kann die Folge davon sein. Entspannungstechniken wie das Autogene Training,  Gymnastische Übungen, Massage und Wärmebehandlung helfen, die verspannten Muskeln wieder zu entspannen. Eine Langzeitwirkung wird jedoch nur dann erreicht, wenn man lernt, diese unbewussten Anspannungsmechanismen zu vermeiden und die Muskeln ganz bewusst zu entspannt.

Lippenpressen und Zungenbeissen

Zungenbeissen ist eine Angewohnheit, die deformierenden Einfluss auf die Zahnstellung und den Kieferkörper haben kann.

Anamnestisch hat der Patient Grund, schlechte Gewohnheiten auszuführen und die innere Spannung auf irgendeine Weise abzubauen.

Hält diese "schlechte Gewohnheit" über längere Zeit an, kann man dies an der Zunge erkennen.

Zungenbeissen Lippenpressen Zungenpressen

An diesen natürlichen Abdrücken ist ersichtlich, an welche Zähne der betreffende Patient presst.

Durch andauernd über lange Zeit einwirkende Kräfte auf die Zähne, geraten diese in Bewegung und können verschoben werden.

Das Zungenpressen und Zungenbeissen ist leicht erkennbar durch die Zungenrandimpressionen, an denen die Zahnabdrücke leicht erkennbar sind. Zungenbeissen und Lippenpressen darf nicht unterschätzt werden.

Zungenpressen und Zähnepressen

Zähnepressen und Zungenpressen treten in der Nacht und auch tagsüber auf, man nennt sie Bruxismus.

Bruxismus sind Kennzeichen einer allgemeinen Anspannung bzw. diurnaler Bruxismus. Neben den direkten physiologischen und sozialen Funktionen hat die Mundregion eine bedeutende psychologische Funktion. Entsprechend zeigen sich Symptome wie das Knirschen mit den Zähnen (Bruxismus) und das Zungenpressen. Das Knirschen läuft unbewusst und nur während des Schlafens ab (nocturnaler Bruxismus), ist also der Kontrolle des Menschen entzogen, und kann bis zu 40 Minuten andauern. Die Ursachen sind vielfältig und jeder Mensch ist individuell zu betrachten. Wen die Behandlungen der körperlichen Ursachen von spezialisierten Medizinern nicht zum Ziel führen, weil psychologische Ursachen zu vermuten sind, lohnt sich die Lösung auf dieser Ebene zu suchen.

Schädigung Kiefergelenk

Das Kiefergelenk ist die Verbindung zwischen Unterkiefer und Schläfenbein.

Schädigung Kiefergelenk Zungenpressen Beissen

Bei falscher Belastung durch Zähneknirschen, Zungenbeissen, Zungenpressen, Zungendrücken, falscher Füllungshöhe der Zähne etc. kann es beim Kiefergelenk zu schmerzhaften Gelenkentzündungen kommen.

Durch Zähneknirschen, Zungenbeissen, Zungenpressen und Zungendrücken wird der innere Druck unkontrolliert und unbewusst an den Kauapparat weitergegeben.

Der Kauapparat wird unbewusst als Ventil für Frust und Ärger benutzt. Oft spielt beim Zungenpressen eine Unterdrückung von Aggression eine Rolle. Wenn keine therapeutischen Massnahmen ergriffen werden, kommt es oft aufgrund des grossen Drucks zu einer Kiefergelenksschädigung, dem Kiefergelenksknacksen mit eingeschränkter Mundöffnung und möglicher Kiefersperre. Wangenschleimhauthautleisten treten auf, wenn die Wangen immer zwischen den Zähnen eingeklemmt werden.

Zungenpressen, Zähneknirschen und Zungenbeissen

Parafunktionen sind zusammenhängende Verhaltensmuster, die durch Lippenpressen, Zungenpressen, Knirschen und Pressen mit den Zähnen durch eine Hyperaktivität der Kaumuskulatur gekennzeichnet ist.

Parafunktionen, Bruxismus, Pressen mit Zunge

Zähneknirschen bzw. Bruxismus ist die bekannteste Form der Parafunktionen.

Unter dem Begriff "Bruxismus" wird oft von stomatognathen Parafunktionen gesprochen.

Viele Patienten pressen extrem mit der Zunge, entweder gegen die Oberkieferkiefer-Seitenzähne oder die Unterkiefer-Seitenzähne. Am häufigsten wird jedoch mit der Zunge gegen die Unterkiefer-Frontzähne gepresst. Anzeichen des Knirschens, Beissens und Zungenpressens lassen sich an schräg abgeschliffene Kauflächen der Zähne und Zahnfleischrückgang an den einzelnen Zähnen, Risse im Zahnschmelz, Zahnfleischbluten, Entzündungen und Abdrücke der Zähne am Zungenrand bei Zungendrücken erkennen. Das Phänomen des Zähneknirschens und Zungenpressens ist eine weit verbreitete orale Funktionsstörung, die bei Betroffenen zu schwerwiegenden Schäden am Kauorgan führen kann.


Zungenbeissen bei Menschen

Wenn im Kausystem Aktivitäten ausgeführt werden wie das Lippenbeissen, Zungenpressen oder Zungenbeissen, wird von Parafunktionen gesprochen, da diese Tätigkeiten keinem funktionellen Zweck dienen.

Zähneknirschen und Zähnepresssen (Bruxismus) sind die bekanntesten Formen der Parafunktionen.

Parafunktionen Zungenbeissen Zungenpressen

Zungenbeissen gehört zu den Parafunktionen wie Zähneknirschen, Lippenbeissen oder Wangenbeissen.

Auf die Zunge beissen

Zungenbeissen ist eine Angewohnheit, die deformierenden Einfluss auf die Zahnstellung und den Kieferkörper haben kann.

Zungenbeissen und Zungenpressen, sowie das Kauen an Fingernägeln oder Bleistiften sind Parafunktionen bzw. es sind von der Norm abweichende Überfunktionen wie Zähneknirschen oder Zähnepressen die unter den Begriff Bruxismus zusammengefasst werden. Oral Habit ist ein Sammelbegriff für die Parafunktion bzw. einen nicht natürlichen unbewussten Gebrauch des Kauapparates wie Lippenbeissen, Wangenbeissen, Zähnepressen und Zähneknirschen, Bleistift- und Fingernägelkauen sowie Daumenlutschen.


Schwarze Haarzunge bei Menschen

Die Haarzunge hat einen meist dunklen und haarigen Belag auf dem hinteren Teil des Zungenrückens.

Schwarze Haarzunge Erkrankung haarigen Belag

Die Haarzunge hat einen meist dunklen und haarigen Belag auf dem hinteren Teil des Zungenrückens. 

Als schwarze Haarzunge (Lingua villosa nigra) wird eine sehr seltene Veränderung (Erkrankung) der Zunge bezeichnet.

Die Schwarze Haarzunge ist Zeichen einer sich ausbreitenden Widerstandsschwächung des Körpers und seiner Immunsysteme. Bei der Haarzunge handelt sich aber nicht um richtige Haare, sondern lange, dunkel verfärbte Papillen. Je nach aufgenommener Nahrung nimmt die Zunge eine dunkelgrüne bis schwärzliche Färbung an und ist durch einen dunklen, pelzigen Zungenbelag charakterisiert. Die Haarzunge kann nach einigen Wochen oder Monaten von selbst wieder verschwinden. Die verfärbte Zunge ist harmlos, als Ursache besteht aber meist eine Störung im Immunsystem, wodurch sich vermehrt Bakterien auf der Zunge ansiedeln können. Eine gelbliche Verfärbung des Zungenrückens deutet auf eine Lebererkrankung hin. Weisse Zungenbeläge sind ein Zeichen für Magen- und Darmentzündungen wie Gastritis, Enteritis, Gastroenteritis, Colitis. Ist die Zunge auf der Unterseite bläulich bzw. bläuliche Venenerweiterungen, so deutet dies auf eine Schwäche der rechten Herzseite, ein schwaches Venensystem, Krampfadern oder Hämorrhoiden hin.


Zungenbrennen beim Mensch

Zungenbrennen ist eine unangenehme, schmerzhafte Missempfindung auf der Zunge, wo Schmerzen und Brennen auf der Zungenschleimhaut entsteht.

Zungenbrennen, Glossodynie, Zungenschmerz

Zungenbrennen entsteht meist durch mechanische Belastungen durch Parafunktionen wie Zungenpressen und Zungenbeissen an Zahnkanten oder Zungenreiben sowie schlecht sitzenden Zahnprothesen.

Zungenbrennen tritt häufig an der Zungenspitze oder am seitlichen Zungenrand auf und nimmt meist während dem Tagesverlauf zu.

Zungenbrennen ist ein brennendes, schmerzhaftes Gefühl der Zunge und der Zungenschleimhaut, denn die Zungenschleimhaut besteht wie die Mundschleimhaut in der Mundhöhle aus Epithel, die eine eigenartige Gestaltung durch verschiedenen Papillen gekennzeichnet ist. Das Epithel ist eine Sammelbezeichnung für Deckgewebe und Drüsengewebe und Papillen sind warzenartige Hauterhebung an der Schleimhautoberfläche zu denen auch die Geschmackspapillen der Zunge gehören. Zungenbrennen (Glossodynie) ist ein besonders brennendes und schmerzhaftes Gefühl im Bereich der Zunge und der Mundschleimhaut. Zungenbrennen ist meist verbunden mit Störungen vom Geschmacksinn wie auch der Speichelbildung durch die Speicheldrüsen, wenn die Speichelfunktion bzw. Speichelfluss nicht gegeben ist.

Zungenbrennen, ein Burning-Mouth-Syndrom 

Zungenbrennen als Burning-Mouth-Syndrom hat die Bedeutung von chronischem oralem Schmerzsyndrom das sich auch als Kribbeln, Jucken oder Stechen äussern kann. 

Zungenbrennen kann das Hauptsymptom einer Erkrankung sein, die besser unter dem Namen "Burning-Mouth-Syndrom" (BMS) bekannt ist. Die Ursachen für Zungenbrennen sind vielfältig und können auch psychischer Natur sein, und so gestaltet sich die Diagnostik häufig schwierig, wenn sichtbare Veränderungen an der Zunge fehlen. Ursachen wie Bluterkrankungen (Eisenmangelanämie), Durchblutungsstörungen, schlecht passender Zahnersatz und die Folgen der Zuckerkrankheit sind möglich.

 Ursachen können auch Vitamin B12-Mangel, Pilzerkrankung, Mundtrockenheit, Erkrankungen der Zungenschleimhaut (Faltenzunge) sein. Die Faltenzunge tritt häufig gleichzeitig mit der Landkartenzunge auf, möglicherweise aufgrund einer gemeinsamen genetischen Ursache, die Ursache lässt sich in vielen Fällen jedoch nicht ermitteln.

Mundgeruch Atemgeruch

Mundgeruch bzw. schlechte Atemgerüche entstehen vielfach bei Zahnerkrankungen und Zahnfleischerkrankungen, undichte Zahnfüllungen und schlecht passender Zahnersatz sowie Zungenbeläge auf der Zungenwurzel und kommen nur selten vom Magen-Darm-Trakt. Meist geht der Mundgeruch (Halitosis) von Bakterien aus der Mundhöhle oder auf der Zunge aus. Der Betroffenen selber riecht den Atemgeruch nicht und die Mitmenschen möchten den schlechten Atemgeruch nicht riechen.