Zahnfüllung: Komposite, Inlay, Onlay, Overlay, Amalgam

Zahnfüllungen

Verarbeitung von Amalgam

Da Quecksilber aufgrund seines niedrigen Schmelzpunktes von 38,9°C bei Zimmertemperatur in flüssiger Form vorliegt, kann Amalgam in der Zahnarztpraxis durch einfaches Vermischen von Quecksilber mit einem Metallpulver in einem Mischgerät hergestellt werden.

Vermischen von Quecksilber mit Metallpulver wird als Trituration bezeichnet. Das Metallpulver kann aus einzelnen Spänen oder Kugeln bestehen. Die Späne werden vom Hersteller durch Zerspanen grösserer Gussblöcke hergestellt. Das Metallpulver basiert auf einer Silber-Zinn-Legierung mit Zusätzen von Kupfer (Cu) und Zink (Zn). Das zum Anmischen verwendete Quecksilber hat einen Reinheitsgrad von mindestens 99.99%. Das Metallpulver kann durch einen kleinen Zusatz von Quecksilber bereits voramalgamiert sein, um das Anmischen in der Praxis zu erleichtern. Das Metallpulver konventioneller Amalgame enthält mindestens 65% Silber (Ag), maximal 29% Zinn (Sn) und maximal 6% Kupfer (Cu). Nach dem Anmischen entstehen beim Aushärten des Amalgams chemische Verbindungen zwischen Silber und Quecksilber, Gammaphase 1 genannt sowie zwischen Zinn und Quecksilber, Gammaphase 2 genannt, die korrosionsanfällig ist. Dadurch kann es bei der fertigen Füllung nach einiger Zeit unter anderem zu Verfärbungen, Rauigkeiten auf der Oberfläche, Formveränderungen und zu Randbrüchen kommen, weshalb verbesserte Amalgame entwickelt wurden, die keine Gammaphase 2 enthalten. Durch Erhöhung des Kupferanteils im Metallpulver auf bis zu 30% erhält man Amalgam, das im ausgehärteten Zustand keine Gammaphase2 und demzufolge deutlich bessere Werkstoffeigenschaften hat. Es ist formbeständiger, druckfester, korrosionsbeständiger und damit auch farbstabiler als konventionelles Amalgam. Aufgrund der besseren Werkstoffeigenschaften werden in Europa nur Gamma2freie Amalgame in der Zahnarztpraxis verwendet. Für den Gebrauch in der Praxis sind vordosierte, verschweisste Kapseln zu empfehlen, die Pulver und Quecksilber in konstanter Dosierung enthalten. Durch die Kapseln wird eine gleich bleibende Qualität bei gleichzeitigem Schutz von Patient und Personal vor einer Quecksilberbelastung beim Anmischen gewährleistet. Das Mischungsverhältnis von Metallpulver und Quecksilber beträgt 1:1. Das angemischte Amalgam wird mit einer Amalgampistole mit definiertem Druck in die Kavität gepresst, das als Stopfen der Amalgamfüllung bzw. Kondensation bezeichnet wird. Die Kondensation bewirkt gute Verdichtung des Amalgams, gute Anlagerung des Materials an den Kavitätenrand (Randschluss) und Auspressen von überflüssigem Quecksilber. An der Oberfläche entsteht dabei eine quecksilberreiche und entsprechend weiche Schicht, die wieder entfernt werden muss. Die Kavität wird daher zunächst etwas überstopft und anschliessend zurückgeschnitten.

Anwendung von Amalgam

Aufgrund der hohen mechanischen Belastbarkeit wird Amalgam vor allem für Füllungen im Seitenzahnbereich verwendet, die dem Kaudruck ausgesetzt sind.

In Bereichen geringerer mechanischer Belastung bzw. bei geringerer Kavitätenausdehnung können andere Füllungsmaterialien eingesetzt werden.

Zahnimplantate

Zahnimplantate sind künstliche Zahnwurzeln ohne Zahnnerven, die als Zahnwurzelersatz in den Kieferknochen eingepflanzt werden. Auf das Zahnimplantat wird der Zahnersatz eingeschraubt und angepasst. Zahnimplantate können fehlende Zähne komplett ersetzen oder bei mehreren Zahnlücken als Halterung für Zahnbrücken oder Zahnprothesen eingesetzt werden.